Stichwort: Herrenkosmetik

Herrenkosmetik

Die Anwendung kosmetischer Produkte spielt auch bei Männern eine zunehmende Rolle: Im Jahr 1990 benutzten nur 4% der Herren eine Gesichtscreme, im Jahr 2001 waren es bereits 21% und im Jahr 2015 werden es Prognosen zufolge sogar 50% sein. Nach neuen Untersuchungen beschäftigen sich Männer mittlerweile länger mit ihrer täglichen Körper- und Gesichtspflege als Frauen.

Was kennzeichnet Männerhaut?

Bestimmend für die Palette der angebotenen Produkte sind nicht allein das zunehmende Körperbewusstsein der Männer, sondern vor allem auch die strukturellen Eigenheiten der männlichen Haut sowie deren Beanspruchung:

Männerhaut wird durch die - meist tägliche - Rasur intensiv beansprucht
Die Hautdicke ist um ca. 20% erhöht (mehr Zellschichten in der Oberhaut und mehr Kollagen in der Lederhaut )
Die Haut altert später, dafür aber deutlich ausgeprägter
Ein erhöhtes Wasserbindungsvermögen und eine intensivere Fettproduktion lassen die Haut praller und gut gepolstert erscheinen
Der pH-Wert männlicher Haut ist – verglichen mit weiblicher Haut - saurer, der Hydrolipidfilm stabiler, die Hautdurchblutung besser
Hormonelle Faktoren sowie die höhere Fettproduktion führen verstärkt zu fettiger Haut, Hautunreinheiten und Akne
Die Oberhaut bietet durch einen höheren Melanin-Anteil besseren UV - Schutz
Das Bindegewebe ist insbesondere im Bereich von Oberschenkeln und Hüften netzartig aufgebaut und verleiht der Haut eine besondere Festigkeit – Männer entwickeln dadurch keine Cellulite (Orangenhaut)


Welche besondere Pflege braucht Männerhaut?

Der Hautstruktur angepasst, sind Gesichtspflegeprodukte für Herren meist von einer leichten, nicht fettenden Textur, die ein schnelles Einziehen in die Haut, häufig verbunden mit einem Frischegefühl, erlaubt.

Die Haut wird sowohl bei der Nass- als auch bei der Trockenrasur täglich intensiv beansprucht und bedarf daher – je nach Hautzustand – einer gezielten Pflege.

Rasierschäume oder -gele enthalten ebenso wie Aftershave-Produkte reizlindernde und hautberuhigende Substanzen, wie z.B. Allantoin und pflanzliche Wirkstoffe aus Hamamelis, Kamille, Ringelblume oder Pfefferminze. Daneben finden desinfizierende Stoffe wie Chlorhexidin oder Triclosan Anwendung. Angeboten werden auch Spezialprodukte, z.B. zur vorbeugenden Pflege bei eingewachsenen Barthaaren.

Zur Straffung der Haut und zur Verminderung der Faltenbildung werden in Herrenkosmetikserien zunehmend Produkte mit Anti-Aging-Wirkstoffen eingesetzt. Hierzu gehören insbesondere Fruchtsäuren, die antioxidativen Vitamine A, C und E, feuchtigkeitsspendendes Glyzerin sowie patentierte Anti–Aging-Substanzen der verschiedenen Hersteller.

Zu beobachten ist – im Gegensatz zur Damenkosmetik – ein Trend zu „more-in-one“-Produkten, wie z.B. Augenpflegeprodukten mit Wirkstoffen sowohl gegen Augenringe als auch Tränensäcke.

Autorin: Apothekerin Petra Liekfeld, Saarbrücken, im Auftrag der Fachgruppe Dermokosmetik der Gesellschaft für Dermopharmazie e.V.

Stand: November 2009

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